Zwei Jahre für ein friedliches Miteinander: Abschlussveranstaltung des Projekts „Modellschulen für Friedensbildung“ im Montessori Bildungshaus

 

Hannover. 14. August 2026Nach mehr als zwei Jahren intensiver und nachhaltiger Zusammenarbeit feiert das Projekt „Modellschulen für Friedensbildung“ seinen erfolgreichen Abschluss im Rahmen der Schulvollversammlung der Montessori Schule. Zur feierlichen Abschlussveranstaltung waren am Freitagvormittag Schüler:innen, Lehrkräfte, sowie die Gäste Christine Oldenburg (Fachbereichsleitung Schule der Landeshauptstadt Hannover), Ekkehard Meese (Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Südstadt-Bult), Stefan Politze (Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen), Claudia Bax (Ratsfrau und Sprecherin für KiTa, Ganztag, Schule und Bildung der Grünen-Ratsfraktion Hannover), außerdem Vertreter:innen der Elternschaft zusammengekommen. Schulleiterin Eva Schneider und Bildungsreferentin Esther Binne von der KURVE Wustrow sprachen dankende Worte und Schüler:innen moderierten durch die Veranstaltung.

 

Nachhaltigkeit statt Projekthopping
Im Gegensatz zu kurzzeitigen Projekten setzte die Bildungsinitiative auf langfristige Begleitung und echte Nachhaltigkeit. „Wir wollten bleiben, zuhören und genau dort anpacken, wo Hilfe gebraucht wird“, erläutert Esther Binne, Bildungsreferentin der KURVE Wustrow. Über zwei Schuljahre hinweg war das Team der KURVE Wustrow fester Bestandteil des Unterrichts in vielen Klassen des Montessori Bildungshauses gewesen, um gemeinsam mit den Jugendlichen tiefere Fragen des Zusammenlebens zu ergründen.

Konflikte verstehen durch Perspektivwechsel

„Ein Schwerpunkt der Arbeit war das Sichtbarmachen und Lösen von verdeckten Konflikten“, erläutert Binne. „Durch spielerische Ansätze und Rollenspiele lernten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Reaktionen in Streitfällen besser einzuschätzen. Mithilfe von verschiedenen „Konflikttypen“ – symbolisiert durch den stürmischen Löwen, den diskutierenden Affen oder das vorsichtige Reh – erprobten die Jugendlichen mutige Perspektivwechsel und neue Handlungsoptionen für den Schulhof und den Alltag.“ so Binne.

Die Abschlussveranstaltung wirft einen Blick zurück auf die gemeinsamen Erfolge und feiert die geschaffenen Grundlagen für ein dauerhaft konfliktsensibles Schulklima. So betonte Schulleiterin Eva Scheider in ihrem Grußwort: „Wer im Kleinen lernt, Konflikte aktiv, konstruktiv und gewaltfrei zu lösen, verändert damit auch die Welt im Großen.“

Vertrauen als Basis für die Zukunft

Für das Team der KURVE Wustrow steht fest: „Frieden fällt nicht vom Himmel, er ist kein Zustand, sondern ein Muskel, den man trainieren muss“, betont Esther Binne. Das wichtigste Fundament, das in den zwei Jahren gewachsen ist, sei das gegenseitige Vertrauen zwischen Jugendlichen, Lehrkräften und den Bildungsreferenten. Das Projektteam, zu dem neben Binne auch die Friedensbildungsreferent:innen Nele Simon und Konstantin Leimig gehören, zieht eine durchweg positive Bilanz: „Die Arbeit hat unglaublich viel Freude bereitet, und auch wir haben viel von den Schülerinnen und Schülern gelernt.“

Schulleiterin Eva Schneider erinnerte in ihrer Rede daran, dass Dr. Maria Montessori in einer von Kriegen, Diktaturen und Gewalt geprägten Zeit lebte. Sie musste erleben, wie ihre Schulen unter dem Faschismus geschlossen wurden, ihre Heimat verlassen und später aufgrund des Spanischen Bürgerkriegs sowie des Zweiten Weltkriegs erneut fliehen.

Trotz dieser Erfahrungen stellte Montessori die entscheidende Frage, was getan werden könne, damit Kinder eine andere, friedlichere Welt schaffen. Ihre Antwort lautet: „Den Krieg zu verhindern, ist die Aufgabe der Politik. Frieden zu schaffen, ist die Aufgabe der Erziehung.“

Schulleiterin Schneider unterstrich damit die besondere Verantwortung von Schule und Gesellschaft – und jedes Einzelnen – für eine friedliche Zukunft. Bildung könne einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen, respektvoll miteinander umgehen und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hissten die Schüler der Schule eine eigens vorbereitete Friedensfahne. Mit diesem sichtbaren Zeichen verbanden sie ihre Wünsche und Hoffnungen für ein friedliches Miteinander und schickten eine Botschaft des Friedens in die Welt.

Neue Publikation fasst zusammen

Mitgebracht hatte Binne die frisch erschienene Publikation, die das Gesamtprojekt zusammenfasst „Modellschulen für Friedensbildung in Niedersachsen“. In der Handreichung werden die Erfahrungen des Modellschulprojekts von 2023-2025 reflektiert. Es sind die methodischen Ansätze und praxisnahen Beispiele aufgeführt, die neben des Montessori Bildungshauses Hannover auch in den zwei weiteren Modellschulen in Osnabrück und im Wendland gesammelt wurden. „Die Handreichung soll ermutigen, in der eigenen Schule selbst aktiv zu werden und Friedensbildung als festen Bestandteil in den Unterricht und Schulalltag zu integrieren und dies auch bei bildungspolitischen Entscheidungsträgern einzufordern. Die Handreichung ist auf der Webseite der Organisation anzuschauen.

 

Finanzierung war ein Kraftakt

Neben Spenden erhielt die KURVE Wustrow auch Landes- und Kirchenmittel. Das 2023 gestartete Modellprojekt wurde durch das Niedersächsische Kultusministerium sowie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gefördert. Ein weiterer Teil der Finanzierung wurde durch den Landkreis Lüchow-Dannenberg mit Mitteln des Kreispräventionsrates ermöglicht.

 

Appell zum Mitmachen. Petition: Frieden in den Lehrplan!
Auch wenn der Projektzeitraum endet, soll die Friedensbildung weitergehen. So wendet sich die KURVE Wustrow zusammen mit 22 weiteren Organisationen an die Bildungsministerkonferenz der Länder und fordert Friedensbildung bundesweit von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Lehrpläne aufzunehmen statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr. Über die Online-Petition #Frieden in den Lehrplan werden Unterschriften gesammelt, die im Oktober auf der nächsten Kultusministerkonferenz in Berlin überreicht werden.

 

Über die KURVE Wustrow:
Die KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V. steht seit mehr als 45 Jahren für Mut und Zivilcourage und engagiert sich aktuell mit Friedensbildung an Schulen sowie mit Trainings für gewaltfreie Konfliktbearbeitung im In- und Ausland.

 

von links: Ekkehard Meese (Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Südstadt-Bult), Christine Oldenburg (Fachbereichsleitung Schule der Landeshauptstadt Hannover),  Stefan Politze (Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen), Eva Schneier (Schulleiterin), Claudia Bax (Ratsfrau und Sprecherin für KiTa, Ganztag, Schule und Bildung der Grünen-Ratsfraktion Hannover), Esther Binne (KURVE Wustrow), Katarzyna Königer (Geschäftsführung Montessori Bildungshaus)

 

Pressekontakt:

Lina Weber (Öffentlichkeitsarbeit)
Montessori Bildungshaus Hannover gGmbH
Bonner Str. 10 | 30173 Hannover
0511-22008630
lina.weber@montessori-bhs.de
https://montessori-regionhannover.de/

 

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Steffi Barisch (Öffentlichkeitsreferentin)
Kirchstr. 14 | 29462 Wustrow/Wendland
05843-98 71 35
medien@kurvewustrow.org
www.kurvewustrow.org

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